Einarbeitung am Produktionsarbeitsplatz - der "blinde Fleck" in der betrieblichen Qualifizierung

Qualifikation in Produktionsbetrieben findet in verschiedenen Szenarien statt. Besonderer Bedeutung kommt der Einarbeitung am Produktionsarbeitsplatz zu. In aller Regel ist sie so gestaltet, dass erfahrene Kolleginnen und Kollegen ihr Wissen an die zu Qualifizierenden weitergeben. Es handelt sich um ein Patenmodell. Die Herausforderungen dieses Modells liegen auf der Hand: Die Qualität der Einarbeitung hängt u.a. wesentlich von der Verfügbarkeit, Kompetenz und Bereitschaft des Paten ab. Oft steht dabei die Zielsetzung, den neuen Beschäftigten schnell handlungsfähig zu machen, im Vordergund; Prozesswissen und theoretisches Wissen nehmen weniger Raum ein. In Schichtsystemen gibt es darüber hinaus mehrere Paten, die für die Einarbeitung an dem gleichen Arbeitsplatz zuständig sind. Die Einarbeitung erfolgt also uneinheitlich und ist für den Vorgesetzten nicht nachvollziehbar. Für einen Medieneinsatz in solchen Einarbeitungsszenarien gibt es wenig Erfahrungen.

Zielsetzung

Ziel des Verbundprojekts KeaP digital ist es, die betriebliche Weiterbildung für Produktionsbetriebe durch die Entwicklung einer IT-gestützten Lehr-Lern-Struktur zu verbessern. Damit soll arbeitsplatznahes Lernen ermöglicht und die Weiterbildung in der Produktion systematischer und flexibler gestaltet werden. Im Fokus des Projektes steht dabei die Einarbeitung am Produktionsarbeitsplatz.

Der KeaP Ansatz

Der Ansatz des Projektes KeaP besteht darin das Patenmodell durch eine digitale Lernumgebung und digitale Lernmaterialien zu ergänzen. Die erfahrenen Beschäftigten formulieren in der KeaP Lernumgebung Lernaufträge, die von den einzuarbeitenden Kollegen bearbeitet werden können. Dabei lassen sich verschiedene Lernmethoden (Selbststudium, Projektarbeit, Übungen, organisierter Dialog mit Kollegen, ...) und verschiedene digitale Lernmaterialien (Dokumente, Videos, Bilder, Animationen, Erfolgskontrollen) in einem Lernauftrag kombinieren.

Das Vorhaben KeaP digital wird im Rahmen des Programms Digitale Medien in der beruflichen Bildung vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und dem Europäischen Sozialfonds der Europäischen Union gefördert.